Monatslosung - meditation und wege

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Monatslosung

Monatslosung August 2019

"Geht und verkündet: Das Himmelreich ist nahe".
So Jesus an seine lehrautorisierten Schüler unter dem Pseudonym
des Schülers Matthäus, Kapitel 10, Vers 7, Bibel.


Jesus von Nazareth hat wohl nach ca. sechswöchiger Meditation in der totalen Einsamkeit der Wüste - unterstützt durch Fasten - etwas erlebt, was für ihn so beglückend und zugleich fremdartig gegenüber unserem alltäglichen Erleben war, daß er es mit dem Begriff "Himmelreich" belegt hat. Danach sind ihm die Lippen übergelaufen. Er konnte nicht anders, als allen davon zu erzählen und ihnen anzubieten, sie auch in diese Erfahrung zu führen. Denn diese Erfahrung ist jedem Menschen zu jeder Zeit und an jedem Ort möglich, mag man sie nun jüdisch "Himmelreich", hinduistisch "Nirwana" oder zen-buddhistisch "satori" nennen. Sie ist auch Ihnen möglich. Aus keinem anderen Grund schreibe ich hier.
Seine ehemaligen Schüler, die Jesus nun in diese Erfahrung geführt hat, sollen so wie er jedermann davon erzählen und auch den Weg dahin anbieten. Denn es ist ein Weg zugleich in von den äußeren Bedingungen unabhängige Befreiung, Erfüllung und Liebe.
Da allen Menschen auf der Welt zu jeder Zeit, an jedem Ort und ob religiös oder nicht, möglich, kann man sagen, das "Himmelreich" ist nahe. Diese Nähe ist also erst mal nicht im zeitlichen Sinne zu verstehen. Es ist vielmehr so etwas wie die andere Dimension der Wirklichkeit. Sie kann uns aber bewußt werden. Und zwar dann, wenn unser kleines Ego nicht mehr im Mittelpunkt unseres Blickwinkels liegt, sondern wenn es gelingt unsere Identifikation mit Körper, Gefühlen und Gedanken loszulassen. Dies kann uns geschenkt werden in absichtsloser (!) Stille-Meditation oder aufgrund erschütternder froher oder schrecklicher Lebenserfahrungen. Wie ein Umklappbild können wir dann vielleicht plötzlich die hintergründige Dimension der Wirklichkeit, die alles trägt, auch uns selbst, erleben.
Zur Zeit von Jesus hat man allerdings gehofft, daß sich auch, sogar im politischen Sinn ein "Himmelreich" auf Erden in Gestalt eines Messias durchsetzen möge. Deshalb hat Jesus meines Erachtens betont, daß er der "Menschensohn" (das heißt im hebräischen Denken) "ein Mensch" ist und das Himmelreich (allen) nahe ist.
Im zeitlichen Sinne nahe könnte höchstens sein, daß immer mehr Menschen das bewußt wird, was Jesus erfahren und "Himmelreich" genannt hat.
Wie gesagt, auch Ihnen ist das möglich, wenn Sie sich auf den Weg machen. Diesen Weg müssen Sie aber absichtslos gehen. Denn wenn Sie das "Himmelreich" haben wollen, ist da wieder die "Mauer des Ego", die Sie davon trennen wird. Also einfach mal vertrauensvoll losgehen, sich überlassen und hingeben so wie beim Einschlafen, das Sie ja auch nicht machen können. Vielleicht bekommen Sie es geschenkt und dann sei es Ihnen gegönnt. Nahe ist das "Himmelreich" Ihnen in jedem Fall, auch wenn es Ihnen vielleicht nicht oder noch nur gering bewußt ist.

 
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