Monatslosung - meditation und wege

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Monatslosung

Monatslosung April 2018

Jesus Christus spricht: Friede sei mit euch!
Wie der Vater mich gesandt hat,
so sende ich euch.


Freudenbotschaft unter dem Pseudonym eines der von Jesus lehrautorisierten Schülers namens Johannes, Kapitel 20, Vers 21, Bibel.

Diese Erzählung spricht vom Auferstandenen, also bildlich von der mystischen Erfahrung seiner ehemaligen Schüler. An den meisten Textstellen der Bibel wird zwar betont, daß "auferstanden" wörtlich zu verstehen ist, als auferstanden in Fleisch und Blut. Da halte ich mich aber eher an Paulus, der von der Auferstehung als "Geistleib", als "soma pneumatikon" spricht und "Leib" auch eher als "Gesamtpersönlichkeit" und nicht als "Körper" versteht.
Für mich sagt diese Erzählung bildlich, daß die ehemaligen Schüler des Rabbi (?) Jesus von Nazareth nach seiner Hinrichtung das erfahren haben, was Jesus sie vor allem lehren wollte: Inneren, von allen äußeren Bedingungen unabhängigen Frieden. Deshalb läßt der Autor ihn immer wieder sagen: "Frieden sei mit euch".
Wer diese Erfahrung einmal gemacht hat, kann nicht wieder dahinter zurück und sich nichtmal selbst mit all dem hintergehen, was dagegen spricht.
Zu dieser transpersonalen Erfahrung - wie auch immer sie bildlich dargestellt wird, zum Beispiel im Bild der Auferstehung - gehört, daß man vor Begeisterung den Weg zu diesem Erlebnis weiter geben möchte. Dies jedoch nicht im Sinne von "Überredungs-Mission", sondern eher im Sinne eines Angebots: Jeder, der mag, kann sich den Weg zum "inneren Frieden" oder zur Erfahrung des "Auferstandenen" oder wie immer man es nennen mag, zeigen lassen. Es ist ein Angebot an alle Menschen, welcher Volks- oder Religionszugehörigkeit auch immer. Niemand braucht dafür seine Religion zu wechseln.
Sehr schön wird an dieser Textstelle gezeigt, daß Jesus sich nicht als herausgehoben oder höher gestellt als die anderen fühlt. Wie er sind vielmehr auch all seine Schüler und dann meines Erachtens auch die Schüler seiner Schüler gesandt, den Weg zur Erfahrung des "inneren Friedens" allen Interessierten anzubieten. Im Grunde hat also jeder die Chance. Schon die intensive Beschäftigung mit dem Weg, den Jesus gegangen ist, kann jeden Menschen in die transpersonale Erfahrung des "inneren Friedens" oder der "Begegnung mit dem Auferstandenen" führen. "Transpersonal" meint, hinauszuwachsen über die alltägliche Logik von Essen, Trinken, Fortpflanzen, Kämpfen und Sich-Schützen und allem anderen, was nur der Einzelperson dient. Auf transpersonaler Ebene ist die Frage nach Leben und Tod, nach dem Sinn des Daseins, des Leidens und unseres Schicksals genauso beantwortet wie die Frage danach, wer wir über unser kleines Ich hinaus wirklich sind.
Jesus sagt in diesem Vers, daß er sich den daraus resultierenden inneren Frieden für jeden Menschen wünscht und daß jeder er sich wünscht, daß sich jeder berufen fühlt, den Weg dahin zu lehren. Er sagt, daß jeder von uns zu diesem inneren Frieden finden kann. Und er sagt, daß wir alle diese Erfahrung - einmal erlebt - so wie er weitergeben können. Ich wünsche allen Lesern ebenso, daß sie sich dessen bewußt werden, was hier "Frieden" oder "Begegnung mit dem Auferstandenen" genannt wird. Möge jeder Leser die innere Kraft finden, über die Logik seines kleinen Egos hinaus zu wachsen und die Kraft, den Weg dazu anderen anzubieten, ohne jemanden zu etwas überreden zu wollen.Wir alle haben diese Kraft; der innere Frieden ist bereits in uns. So bedeutet zum Beispiel zu meditieren, ihn um zu setzen. Wir meditieren nicht, um inneren Frieden zu finden. Vielmehr meditieren wir, weil er in uns ist und ausgedrückt sein will.

 
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